EP-10 Yong Chun

Liebe Delegierte,

aus gegebenem Anlass werfe ich meinen Hut in den Ring.
Mit über 1.700 Mrd. USD sind die weltweiten Rüstungsausgaben so hoch wie seit Ende des Kalten Kriegs nicht mehr!
Am 27. April ist in Korea ein Keimling aufgegangen, der sich Hoffnung auf Frieden nennt und vielleicht zu einem zarten Pflänzchen der „Wiedervereinigung“ heranwächst – wie in Deutschland.
Ich vernehme mit Sorge, dass die Bundeswehr sich wieder verstärkt auf die nationalen Grenzen der BRD beschränken und weniger Auslandseinsätze fahren will?!
Gerade weil die Vereinigten Staaten nicht mehr die Welt-Polizei spielen – und das ist gut so – und ein Machtvakuum in vielen Krisengebieten hinterlassen, kommt der EU eine größere politische Rolle auf der Weltbühne zuteil.
Gerade um Frieden zu schaffen, sollten Deutschland und die EU proaktiv werden und nicht nur immer reagieren und womöglich die Scherben aufräumen, die andere hinterlassen haben.
Gerade eine wirtschaftlich starke Nation sollte mehr Verantwortung in der Welt übernehmen, aber nicht militärisch.

  • Wie sähe die Weltordnung aus, wenn die westliche Welt eben nicht von Öl und Gas abhängig wäre? (Wer waren bitte bis vor kurzem die größten Einzelaktionäre bei den deutschen Autobauern und haben sie als Downstream-Absatzkanal für Öl benutzt?!)
  • Hätten wir noch „Terror“, wenn die Palästinafrage gelöst wäre?

Osmose ist ein Naturgesetz! Reichtum und Armut können nicht unendlich auseinanderdriften. Es sei denn, zwischen beiden gibt es keine semipermeable Membran (= Mauer).

Eine mögliche Antwort: Deutschland sollte nicht nur Autos und Maschinen exportieren, sondern auch seine Gerichtsbarkeit! Eine funktionierende Jurisdiktion, garantierte Sicherheit und Bildung sind die Grundlagen für langfristige Privatinvestitionen, Stabilität und Wohlstand = Frieden!

  • Wie wäre es, wenn wir die (grüne) Idee Europas jenseits der europäischen Grenzen hinaustragen?
  • Wie wäre es, wenn wir wie z.B. in Frankfurt und Hamburg einen Speckgürtel um das „alte“ Europa bauen? Eine EU2.0 außerhalb der geographischen Grenzen Europas?
  • Wie wäre es, wenn wir gemeinschaftlich z.B. in Nordafrika Sonderwirtschaftszonen etablieren – ähnlich wie China in Shenzhen?!

Wir sollten uns vom Status Quo verabschieden und in innovative Modelle investieren.

Darum sollten wir nicht den Mars besiedeln, sondern lieber die Sahara!

Biografie

  • Seit 2008 Solarunternehmer. Damit alle Bürger an der Energiewende teilhaben können, befürworte ich dezentrale, sozial gerechte Bürgeranlagen! In meiner Freizeit gebe ich Tipps auf solarforum.com oder vergräme „Wühlmäuse“ von der CVJM Sportwiese und fange Ochsenfrösche im Baggersee Linkenheim ;-)
  • Zuvor Voice-over-IP-Startup und berufliche Stationen bei Booz Allen, KPMG und SAP. M.A. ESCP-Europe (Paris, Oxford, Berlin); Oxford Union. Vordiplom Wirtschaftsinf. ebs. Seit 2014 Parteimitglied, aktuell OV Vorstand. Ehrenamt Arbeitskreis Integration Linkenheim-Hochstetten (insbes. Sport & Arbeit). Mitglied CVJM Li.-Ho., Anglerverein, PPL. Geboren in Südkorea.

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